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DIE INSEL VON LEMNOS (LIMNOS)

Die Landschaft von Lemnos ist ziemlich flach. Niedrige Huegel mit trockenen Bueschen bedeckt und kleine Felder, die heute kaum noch bebaut werden. Steile Kueste und lange Sandstraende. Der Uebergang von der einen Ebene zur anderen erscheint dem menschlichen Auge harmonisch. 

Die Hauptstadt der Insel, Myrina.

Die Hauptstadt der Insel ist Myrina. Myrina war der Name der Frau von Thoantas. Thoantas war der erste Koenig der Insel. Bis 1950 wurde Myrina Kastro (Festung) genannt. Die aelteren nennen sie auch Chora.
Unter der Festung und gegenueber dem Berg von Athos, befindet sich eine Gegend, die man Romeikos Gialos (Griechischer Strand) nennt. Irgendwo hier stand im Altertum die Statue einer Kuh, aus weissem Stein oder aus Bronze gemacht. Sophokles erwaehnt diese Statue in der einzigen erretteten Zeile seines Dramas “Lemniades“, das total verloren ist. Da steht: Berg Athos ueberschattet den Ruecken der Kuh auf Limnos. Man sagt, dass heutzutage, jeden 2.Juni, Berg Athos seinen Schatten wirft.

Mehr als 100 Badestraende mit glasklarem Wasser - davon die meisten Sandstraende - verteilen sich rings um die Insel. Die meisten davon sind ruhige Badestraende. Einige der beliebten Straende werden jedoch auch organisiert betrieben und verfuegen ueber Cafeterias und Wassersportmoeglichkeiten.

Entlang der Kueste stehen die Haeuser der Aristokraten von Lemnos, die alle in der zweiten Haelfte des vorigen Jahrhunderts gebaut sind. Die gehoeren den Abkoemmlingen der jenigen Einwohner, die nach der misslungenen Belagerung von Orlof, die Insel verlassen haben, weil sie Angst vor den Tuerken hatten. Sie sind nach Aegypten gegangen und sind dort reich geworden. Sie besassen unter anderem ueber 300 Handelsschiffe. Sie schoepften auch weiter aus dem fruchtbaren Land auf der Insel. Die Residenzen sind das Ergebnis des Geldtransfers aus Aegypten.

Im Archaeologischen Museum, einem neulich renovierten Gebaeude in Romeikos Gialos, stehen Altertuemer, welche die Griechischen und Italienischen Archaeologen nachgegraben haben, sowie Altertuemer aus der benachbarten Insel Imvros.

Im Archaeologischen Museum, einem neulich renovierten Gebaeude in Romeikos Gialos, stehen Altertuemer, welche die Griechischen und Italienischen Archaeologen nachgegraben haben, sowie Altertuemer aus der benachbarten Insel Imvros.
Hier war einst die Tuerkische Kommandatur zu Hause. Im Jahre 1904 kam der Deutsche Archaeologe Friedrich zur Insel. In der Tuerkischen Kommandatur, sagte er, herrschten “Ruhe und typische tuerkische Gleichgueltigkeit“. Die Ordnungshueter empfingen die Gaeste mit Kaffee und Zigaretten.
Die erste Ausstellung des Museums fand 1951 statt. Die Renovierung des Museums und die Wiederausstellung der Altertuemer, im Jahre 1993, waren sehr erfolgreich. Die beweglichen Altertuemer sind in schoenen Raeumen ausgestellt, mit Zeitordnung von den neolithischen zu den roemischen Jahre. Fuer jeden Gegenstand gibt es Anschauungsmaterial sowie Aufsichtsbilder und Photos der Insel, so das der Besucher verstehen kann wo jeder Gegenstand gefunden wurde. Museumsfuehrer stehen fuer mehr Informationen bereit.

Unter der Festung und gegenueber dem Berg von Athos, befindet sich eine Gegend, die man Romeikos Gialos (Griechischer Strand) nennt.

Am Romeikos Gialos steht ebenfalls die Residenz des Erzbischofts. Ein sehr eindrucksvolles Gebaeude, dass einst dem Griechen Antonis Antoniades gehoerte und in Aegypten lebte. Im Jahre 1911 hat er das Gebaeude dem Erzbischof von Lemnos angeboten. Heute befindet sich hier das einzige kirchliche Museum der Insel, in Myrina und anderen Doerfern, ausgestattet mit vielen Ikonen und Zimelien aus Kirchen.

Ein grosser Tag fuer Lemnos war der 8te Oktober 1912, Tag ihrer Befreiung von den Tuerken. Am Romeikos Gialos kam das Panzerschiff “Averof“ an. Kapitaen war Pavlos Kountouriotis. Die Einwohner beschuetteten die Soldaten mit Blumen, der Erzbischof hielt einen Dankgottesdienst und die griechische Flagge wurde in die Hoehe gehoben. Die Insel war frei.

Aphrodite, Goettin der Liebe und der Schoenheit, hatte gegen den Willen, den haesslichen und lahmen Hephastus geheiratet. Aber sehr schnell hat sie einen Liebhaber gefunden und zwar Aris, Gott des Krieges. Die Frauen der Insel haben dieses Liebesverhaeltnis an Hephastus verraten. Aphrodite strafte die Frauen. Ihre Strafe war, dass ihre Koerper schlecht riechen. Ihre Maenner wollten ihre Frauen nicht und fanden Konkubinaten aus Thrazien. Die Frauen fuehlten sich sehr beleidigt. Sie machten ihre Maenner betrunken und stuerzten sie von Kap Petassos. Petassos bedeutet der Platz, an dem etwas weggeworfen wird. Spaeter wurde ein Dorf dort gegruendet. Es wurde, zur Erinnerung an dieser Untat, Antrofonion (Mord der Maenner) genannt, das heutige Antroni.
Einige Zeit spaeter kam das Schiff “Argo“ an. Die Argonauten sind an Land gegangen und haben die Frauen alleine, ohne Maenner, gefunden. Sie sind einige Zeit auf der Insel geblieben. Einige Monate spaeter kamen die Kinder zur Welt und das Leben auf der Insel fand wieder seinen normalen Rhythmus.

Der Haven von Myrina.

An der anderen Seite der Stadt, hinter dem Hafen, befindet sich der sogenannte “Tuerkische Gialos“ (Tuerkische Kueste). In frueheren Zeiten standen hier die niedrigen Haeuser der armen Tuerken und ihr Friedhof. Hier haben sich spaeter Fluechtlinge von der Gegend Madytos in Propontis eingerichtet und diese Nachbarschaft wurde Nea Madytos genannt.
Ein anderes Stadtviertel ist Tsas. Tsas heisst, in der russischen Sprache, Wartturm. Es wurde so genannt, in Erinnerung an die Verteidigung der Stadt von Prinz Orlof. Der Hafen ist das wirtschaftliche Zentrum der Insel. Schiffe, geladen mit Handelswaren und Fischerboote, kommen hier an. Der Hafendamm steht hier seit Anfang des 19ten Jh. Der kleine Hafen mit dem Fliesenfussboden scheint venezianisch zu sein. Man kann es nicht ausschliessen das es einst hier Schiffszeughaeuser gab. Im Hafen befinden sich auch die einzigen Denkmale von der Zeit der tuerkischen Herrschaft: Der eindrucksvolle Eingang zu einem tuerkischen Bad und eine Springquelle, im Jahre 1771 gebaut, die neulich renoviert wurde. Die arabische Beschriftung besagt, dass die Herkunft aller Dinge im Wasser sei.
Vom Hafen beginnt die Marktstrasse. Die Strasse ist mit Platten belegt. Links und rechts stehen die Geschaefte. Hier war einst der zentrale Markt aber heute werden die Geschaefte in andere Plaetze versetzt, wo man Zugang mit dem Auto hat. 

Im Markt steht eine kleine Kirche, die im Jahre 1988 gebaut wurde. Am 9ten September 1939 geriet das Kino, eine alte holzerne Moschee, in Brand. 63 Menschen starben. Zu ihrem Andenken wurde diese kleine Kirche gebaut. Die Kathedrale der Stadt heisst Agia Triada und wurde im Jahre 1724 gebaut. Die Tuerken haben sie im Jahre 1770 niedergestuerzt. Sie haben den orthodoxen Bischof Ioakim auf der Holzbruecke, die damals vor der Kirche stand, aufgehaengt und weitere 300 Vorsteher niedergemetzelt. Im Jahre 1835 wurde die Kirche neu gebaut. Ihr Altargelander ist ein sehr schoenes Schnitzwerk.

Alle Straende von Myrina sind sauber. Beide, Tourkikos und Romeikos Gialos, wie auch Richa Nera, sind mit blauen Flaggen gekennzeichnet.

Alle Straende von Myrina sind sauber. Beide, Tourkikos und Romeikos Gialos, wie auch Richa Nera, sind mit blauen Flaggen gekennzeichnet.
Die Gegend Platis ist ein Vorort Myrinas. Viele Myrinaer bauen hier ihre Haeuser, weil Platis sehr schoene Straende hat. Der Name Platis kommt zum ersten Mal in einer goldenen Bulle von 1335 vor, wonach sie dem Filothei Kloster auf Athos ueberlassen wurde. Die Tuerken nannten diese Gegend Pasalimani (Hafen des Pascha). Von hier, sagt man, ist eine Nacht des Jahres 1912, heimlich, denn der letzte Tuerkische Kommandant ist von der Insel geflohen. 

Der beste Strand der Insel ist am Dorf Thanos, wegen des klaren Wassers. Das Dorf bekam den Namen seines Gruenders, der aus Arkadien stammte. Die ruinenhafte Kirche von St. Konstantinopel. Am Eingang des Dorfes stehen zwei eindrucksvolle Waschhaeuser mit den Namen Faraga und Megalakkos.
Unterwegs nach Kontia findet man den Strand von Nevgati oder Simata, wie er anders genannt wird. Hier gab es einst byzantische Siedlungen und Klosterbesitzungen. Heute steht hier nur eine Liebfrauenkirche, im Felsen gebaut, mit den Namen Kakaviotissa.

Kontias ist heute ein kleines Dorf. Man sagt, das hier einst zwei Landesbesitzer aus Peloponnes lebten. Der eine hiess Kondeas und der andere Chandreas. Das Dorf wurde Kontias, nach Kondeas, und der Fluss Chandrias, nach Chandreas, genannt. Kontias ist ein sehr schoenes Dorf mit Steinhaeusern, welche einst zu reichen Kapitaenen gehoerten. Am Ausgang von Kontias, unterwegs nach Tsimandria, sieht man eine Allee von Eukalypten und Planeten.
Die Gegend Tsimandria, kommt mit den Namen Simandria, im Jahre 1569, vor. Man sagt, dass die Gegend einst dem Kaiser von Byzant, Ioannis Tsimiskis, gehoerte. In der Gegend kann man die Ruinen von Ftheri sehen, die einst Klosterbesitzung war. Tsimandria war das erste Dorf von Lemnos, das 1912 befreit wurde. Dort landeten Maenner unter Kountouriotis und erhoben die griechische Flagge auf der Bruecke in der Naehe der Schule.

Kontias ist ein sehr schoenes Dorf mit Steinhaeusern, welche einst zu reichen Kapitaenen gehoerten.

In Portianou lagerte die Armee der Allianz im Jahre 1915. Hier hatte Winston Churchill sein Hauptquartier eingerichtet, um die Operation der Allianz in Kallipolis zu leiten. Das Haus, wo er damals lebte, wurde neulich renoviert. Man findet dort, heute noch, den Armstuhl in dem er an seinen Schreibtisch sass. Ausserhalb des Dorfes sind die Toten der Operation in Kallipolis begraben. Seit einigen Jahren befindet sich hier das einzige volkskundliche Museum der Insel.
Im Dorf Afggariones gab es grosse Klosterbesitzungen. Im Jahre 1968 wurde das Hochaltar des Klosters der “Verklarung Christi“ renoviert. Im selben Jahr wurden Fremdenzimmer gebaut, wo Pilger von allen Orten wohnen koennen.
Noch ein Dorf ist Pedino. In einer goldenen Bulle von 1393 wird es auch Pisperagos genannt. Es war eines der Doerfer der Insel, denen einst Segelschiffe gehoerten. Es wurde vom Erdbeben in 1968 zerstoert. Das Dorf wurde in der Gegend von Nea Koutali neu gebaut. In den letzen Jahren aber werden die Haeuser des zerstoerten Dorfes renoviert und bewohnt. 

Nea Koutali ist ein Fluechtlingsdorf. Es wurde 1926 gegruendet, als sich 351 Einwohner der Insel Koutali in Propontis einrichteten. Sie waren Schwammfischer in ihrer Heimat und das haben sie auch hier gemacht. Ihr Landsmann, Panagis Koutalianos, ist am Ende des vorigen Jahrhunderts als Ringkaempfer beruehmt geworden.
Kallithea bietet einen herrlichen Ausblick. Man sieht die ganze Bucht von Mydros und die ringsherumliegenden Doerfer. Das Dorf wurde einst Sarpi oder Sarpin genannt. Hier funktionierte, im Jahre 1873, eine der ersten Schulen der Insel.

Kaspakas ist eines der aeltesten Doerfer der Insel. Es wurde Ende des 11ten oder Anfang des 12ten Jh. von Kaspakas, Admiral der byzantinischen Flotte gegruendet. Man sagt, das Alexios Mourtzouflos, Kaiser von Byzanz zur Zeit der Kreuzfahrten, verjagt von Venezianern und Franken, hierher geflohen ist. Die Straende des Dorfes, Ai Giannis und Karvounolakkos sind sehr bekannt. Unterwegs von Kaspakas nach Kornos findet man die kleine Kirche des Agios Georgios. Die ganze Umgebung war einst Klosterbesitzung.
Das Dorf Kornos war ebenfalls Klosterbesitzung. Es war ein ziemlich reiches Dorf. Die meisten Besitzer der schoenen Haeuser in Romeikos Gialos stammen aus diesem Dorf. Dem Dorf Kornos und der Gemeinde von Myrina gehoeren die Kurbaeder von Therma. Diese Kurbaeder funktionieren schon seit 1415. 

Das Dorf Sardes, eines der aeltesten auf der Insel, ist gebirgig und ziemlich abgeschieden. Seine Steinhaeuser sind kennzeichnend der Architektur von Lemnos. Sie haben einen kleinen Hof mit einer Steinmauer ringsum, zwei Stockwerke und ausserhalb des Hauses eine Steintreppe, die zum ersten Stock fuehrt.
Das Dorf Dafni wurde einst Sverdia genannt. Hier steht eine Kirche, sie Agioi Anargiroi genannt wird. Sie wurde im Jahre 1856 gebaut, als das Heiligenbild in einer Krypte gefunden wurde. Man sagt, das dieses Heiligenbild wundertaetig ist. Der Ueberlieferung zufolge ist das reichliche Vorhanden von Wasser dem Heiligen Athanassios, dem Gruender der Kloster auf Athos, zu verdanken, der im Vorbeigehen mit seinem Stock auf das Gestein klopfte, woraus dann Wasser sprudelte.

Das naechste Dorf heisst Katalakkos und ist an einer steilen Bergseite gebaut. Im 13ten Jh. wurde es Karapotamos genannt. Hier wurde im Jahre 1856 die Kirche des Agios Modestos gebaut. Er ist der Schutzheilige der Viehzuechter. An seinem Festtag, am 18ten Dezember kamen alle Viehzuechter von Lemnos zu dieser Kirche. Die Viehzuechter wurden “Kechagiades“ genannt. Sie trugen Pumphosen und Muetzen und tanzten die lokalen Taenze, “Kechagiadiko“ und “Patma“ genannt. 

Der Strand von Gomati ist einer der grossten der Insel. In der Gegend gab es schon vom 14ten Jh. viele, kleine Siedlungen und zwei Klosterbesitzungen. Bis 1928 lebte hier noch ein Moench.
Der Strand von Papia, im Osten, ist eine fischreiche Gegend. 

Es lebte einst auf der Insel ein Koenig, der zwei Soehne hatte. Eines Tages beschloss er die Insel zu teilen. Jeder Sohn wuerde einen Teil bekommen. Er wollte aber gerecht teilen. Und so machte er folgenden Vorschlag: Seine Soehne wurden, bei Tagesanbruch, von den zwei entgegengesetzten Seiten der Insel, Plaka und Myrina, zu wandern beginnen. Dort wo sie sich treffen, wuerde er die Insel teilen. Sie trafen sich dort wo sich heute die Gegend Agios Dimitrios befindet. Der jenige aber, der von Plaka das Wandern begonnen hat, hat nicht auf den Tagesanbruch gewartet, sondern ist frueher losgegangen. Sein Bruder nannte ihn Lera (Schuft) und seitdem heisst auch das Dorf Lera. Hier lebten bevor der Befreiung der Insel nur Tuerken. Nach der Befreiung der Insel und der Austauschung der Populationen, kamen hierher 556 Fluechtlinge aus Reis Dere, in Tsesme, Kleinasien. Sie nannten ihr Dorf Agios Dimitrios.
In ihrer Heimat waren sie Weingaertner und das taten sie auch hier. Sie bearbeiteten Muskattrauben von welchen die grosse Menge des Weins von Lemnos entsteht.
Ebenfalls waren sie sehr gute Musiker.

Das Dorf Livadochori wird in einer goldenen Bulle von 1355 erwaehnt. Weil es in der Mitte eines grossen Flachlandes steht, hat es sich sehr schnell entwickelt. In der Naehe befindet sich das Kloster des Agios Pavlos. Der Sitz des Erzbischofs von Lemnos war temporaer, zwischen 1390-1447, hier versetzt worden. Dem Kloster gehoerte eine Feldflaeche von 30.000 Ar, die fruchtbarsten Felder der Insel. Konstantinos Paleologos hat das Kloster den Einwohnern ueberlassen. Das Einkommen des Klosters war gross und die Einwohner konnten es fuer kirchliche Zwecke und Ausbildungszwecke gebrauchen. 

Karpasi ist ein ziemlich neues Dorf. Im Jahre 1901 wurde hier die Kirche von Agios Pachomios gebaut.
In der Mitte einer grossen und fruchtbaren Feldflaeche befindet sich das Dorf Atsiki, eines der reichsten und aeltesten auf der Insel. Im Jahre 1860 fand im Aegaeischen Meer die letzte Piratische Operation statt. Hauptperson und Opfer war der Pirat Psiroukis aus dem Dorf Atsiki. Der Pirat und seine Kameraden pluenderten das Dorf Portianou. Mit ihrer Beute beladen, kehrten sie zu ihrem Dorf zurueck. Aber unterwegs trafen sie eine tuerkische Patrouille. Es folgte eine Schlaegerei und Psiroukis wurde getoetet.
Heute ist Propouli das kleinste Dorf der Insel. Man sagt, dass seine Einwohner, freiwillig, ihre Eigentuemer zum Kloster Simonopetra gaben, damit sie nicht in die Haende der Tuerken gerieten. Danach haben die meistens das Dorf verlassen.

Das Dorf Varos ist auf einen niedrigen Huegel gebaut, wo man noch die Ruinen von Windmuehlen sehen kann. Man sagt, das einst das Dorf an Pest leidete. Eine Frau sah, in ihrem Traum, einen Mann, der zu ihr sagte, sie sollte das Dorf mit einem Faden umkreisen. So wuerde sie das Dorf von der Pest retten. Die Frau fragte, wer er war. Er gab keine Antwort. Es sagte nur, dass er am naechsten Tag, hinter der Kirchentuer, auf sie warten wurde. Die Frau ging am naechsten Tag zur Kirche und fand, hinter der Tuer, das Bild des Agios Charalambos. Seitdem, am Festtag des Heiligen, umkreisen die Maedchen das Dorf mit einem Faden.

Eines der aeltesten und reichsten Doerfer ist Repanidi. Es wird schon im Jahre 1285 erwaehnt. Im Flachland, dort wo einst ein Wald war, stehen heute nur einige Eichelbaeume. Die Eicheln waren eine handelsfaehige Ware und die Einwohner verfuegten einst Segelschiffe fuer ihren Transport. Um 1840 wurde die aelteste Kirche des Dorfes gebaut. Hier funktionierte eine der ersten Schulen der Insel. Im Jahre 1824 wurde eine Windmuehle als Schule benutzt, danach bis 1875 eine Toepferwerkstatt. Im Jahre 1875 wurde schliesslich eine Schule gebaut und zwar am Eingang des Dorfes. Am Eingang des Dorfes kann man die beruehmten Kruege sehen. Diese sind grosse Toepfer in vulkanischer Erde gegraben. Sie gehoeren zu bestimmten Familien, die sie zur Lagerung von Wein und Getreide benutzen.

Kontopouli, eines der groessten Doerfer der Insel.

Im Dorf Agios Ypatios lebten einst Tuerken und Griechen zusammen, aber heute ist es unbewohnt. Hier stand die grosse Moschee der Insel. Vor 1858 wurde die Kirche des Agios Athanassios gebaut. Sie ist wegen ihres Altargelaenders bekannt, ein Prachtexemplar der Malerkunst von Lemnos.
Eines der groessten Doerfer der Insel ist Kontopouli. Wegen seiner fruchtbaren Erde, hat es sich sehr schnell entwickelt. Die Deutschen haben es zwischen 1941-1944 zerstoert, aber trotzdem bewahrt es noch etwas von seinen vorigen Glanz. Im Jahre 1948 war hier der beruehmte Griechische Dichter Giannis Ritsos verbannt.
Man sagt, dass Frau Kalli eine der groessten Besitzerin in der Gegend war. Ihre Diener haben das Dorf Kalliopi gegruendet. Kallis Sarkophag aus Marmor ist in der Umzaunung des heiligen Friedhofs eingemauert. Im Jahre 1869 wurde die Kirche des Agios Georgios gebaut. An seinem Festtag finden Pferderennen statt.
Die Reiter reiten auf Pferden ohne Sattel. Der Sieger rennt dreimal um die Kirche, nimmt seinen Preis vom Priester am Eingang der Kirche ein und zuendet eine Kerze an. Der Preis ist ein rotes Band mit einer Medaille.

Oestlich von Kalliopi befindet sich die Bucht von Keros. Entlang des Strandes gibt es Sandhuegel und das Wasser ist nicht tief. Zwischen dem Dorf und der Bucht befindet sich ein kleiner See, Chortarolimni genannt. Im Winter sammelt sich hier das Regenwasser und Schwaerme von Voegeln nehmen hier Zuflucht.
Im Jahre 1886 haben einige Familien das Dorf Agios Ypatios verlassen und haben sich in Panagia eingerichtet. Ein Jahr frueher wurde die Liebfrauenkirche gebaut. Am Kap Sotiras herrscht meistens Windstille und es lohnt sich dort schwimmen zu gehen. 

Plaka ist ebenfalls ein neues Dorf, im 19ten Jh. gegruendet. Nordoestlich des Dorfes befindet sich die Halbinsel des Ai Giannis. Hier war einst das Dorf Vriokastro oder Paleokastro. In den Riff von Mythones ist eine antike Stadt versunken. Man kann die Ruinen der Haeuser und die mit Platten belegte Strassen sehr klar sehen. Pavsanias sagt, dass dies die homerische Stadt Chrisi ist. Dort, heisst es, hat eine Schlange Philoktetes, Held des trojanischen Krieges, gebissen. Der Held wurde mit dem wundertaetigen Schlamm, von der Gegend Roussounia, geheilt. Dieser Schlamm war sehr gut gegen Huftschmerzen und Rheumatismus. Die christliche Ueberlieferung besagt, dass die Wurzel des Baumes, neben der Kirche des Agios Charalambos, vom Meer kam und dass die das Bild des Heiligen trug. Obwohl die Wurzel vom Meer bespult wird, verfault sie nicht. Von dieser Wurzel quellt Weihwasser.

Von der Bucht von Moudros kann man das Dorf Lichni sehen, welches im 18ten Jh. gegruendet wurde.
Das Dorf Romanou wird zum ersten mal am Ende des 18ten Jh. erwaehnt. Es ist wegen seines grauschwarzen Granits bekannt geworden. Die meisten Haeuser der Insel sind aus diesem Granit gebaut. Am Eingang des Dorfes steht eine Weihwasserquelle, die im Jahre 1849 renoviert wurde. Die Kirche der Geburt Christi wurde etwas spaeter, im Jahre 1830, gebaut. Die Heiligenbilder der Kirche hat der bekannte Maler Evstratios Chaimentes gemalt. Ausserhalb des Dorfes steht die Kirche des Agios Konstantinos, die ein sehr eindrucksvolles Altargelaender aus Stein hat. Hierhin stroemen am 21.Mai Pilger aus der ganzen Insel, um den Heiligen Ehren zu erweisen.

Das Dorf Moudros.

Das Dorf Moudros ist heute noch das Handelszentrum der oestlichen Lemnos. Im Jahre 1355 war Moudros eine kleine Siedlung und im Jahr 1380 gehoerte es dem Kloster von Vatopedio. Im 18ten Jh. gab es zwei Burgen. Heute stehen dort zwei Kirchen, die eine, der Taxiarchen, im Jahre 1370 gebaut und die andere, der Evangelistria, im Jahre 1904 gebaut. Moudros spielt eine grosse Rolle wegen seines Hafens. Dieser ist einer der besten Naturhafen im Mittelmeer. Der Hafen von Moudros ist von noerdlichen Winden beschuetzt und schiffbar von grossen Panzerschiffen. Deswegen ist Moudros von grosser strategischer Bedeutung. Waehrend der balkanischen Kriege war Moudros Flottenstuetzpunkt. Zwischen 1914-1916 war er Flottenstuetzpunkt der Allianz fuer die Operationen von Kallipolis und Dardanellia. Damals ankerten in der Bucht bis zu 500 Schiffe und in der Gegend lagerten bis zu 30.000 Soldaten. Ausserhalb von Moudros befindet sich der Friedhof der Verbundeten. Hier sind die Toten des ersten Weltkrieges begraben.

Das Dorf Kaminia existiert seit 1346. Die Gegend ist bekannt wegen ihrer Antiqualitaeten: Die praehistorische Siedlung von Poliochni, die im Fels gehauten Graeber und natuerlich die beruehmte Saeule von Kaminia. Diese ist eine Platte aus Tuffstein. Man hat sie in der kleinen Kirche des Agios Alexandros gefunden. Diese Steinplatte hat Konflikte zwischen den Archaeologen, Linguisten und Philologen gebracht. Sie schildert einen Krieger der einen Spiess haelt. Sie hat zwei Inschriften, im griechischen Alphabet geschrieben, welche aber eine bis heute unbekannte Sprache ergeben. Das Dorf produziert einen einzigartigen Anissamen, der notwendig zur Destillation des Ouzo ist. 

Die praehistorische Siedlung von Poliochni.

Ein sehr entferntes und sehr altes Dorf ist Agia Sofia. Es wird schon im Jahre 1303 erwaehnt. In der Gegend stehen Ruinen von Windmuehlen. Die Kirche des Dorfes wurde im Jahre 1912 gebaut, ist aber vom Erdbeben im Jahre 1968 zerstoert worden. Der Ueberlieferung zufolge erschien die Heilige Sophia oefters, im weissen Gewand um Erfreuliches anzukuendigen, oder im Schwarzen um Boeses anzusagen.
Das Dorf Fissini ist ziemlich neu, erst im vorigen Jahrhundert gebaut. Man findet aber in der Gegend Ruinen von mittelalterlichen Gebaeuden. Ausserhalb des Dorfes befindet sich die Kirche des Agios Sozon, Schutzheiligen der Insel. Sein Festtag ist am 7ten September.
Ein sehr altes Dorf ist auch das entfernte Skandali. Im Jahre 1321 wurde es auch Skandalou genannt. Dort wird der beste Honig der Insel produziert. 

 

 
  
 

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