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GESCHICHTE UND KULTURLemnos hat eine grosse Rolle in der Entwicklung der
praehistorischen Kultur im nordoestlichen Aegaeischen Meer gespielt. Viele Stellen erhalten noch ihre
praehellenische Namen. Die einzige Stelle, die systematisch erforscht wurde, liegt in der
Naehe von Kaminia und die Italienischen Nachgraber haben sie Poliochni genannt. Nachdem die Nachgraber die Keramik der Stelle studiert haben, erkannten sie sieben aufeinanderfolgende Phasen der Bewohnung der Stelle.
Der Charakter der Siedlung war stadtisch, wie die Mauer und die
oeffentlichen Plaetze bestaetigen. Die Mauer umfasst die Stadt dort wo der Schutz der Natur fehlt. Entlang der Mauer standen
Tuerme. Nach jedem Bergsturz, Erdbeben oder feindlichen Angriff wurde die Mauer repariert und mit Vormauern gestutzt.
Laengst der Mauer bildeten sich breite Plaetze, wo die Einwohner ihre
taegliche Taetigkeiten vollbrachten: Sie spannten Leder und legten die
Fruechte zum trocknen. Die Mauer spielte noch eine grosse Rolle im Leben der
praehistorischen Menschen. Sie bestimmte den Raum. Endlose Flaechen waren
fuer diese Menschen unbegreiflich.
In Poliochni wurde ein ausgezeichneter Schatz nachgegraben, der chronologisch zur letzten Entwicklungsstufe der Siedlung gehoert. Der Schatz besteht aus Ringen, Ohrringen, Armbaendern, Schmuckspangen, Halsbaendern, alles aus Gold. Einige Stuecke sind vollstaendig, einige sind zerbrochen. Alle sehen den Stuecken des Schatzes Priamus aehnlich, welcher in der gegenueberliegenden Troja nachgegraben wurde. Lemnos ist mit Hephastus, Gott des Feuers, verbunden. Hephastus fiel von Olympus und landete auf Lemnos. Die Sintien, mythische Einwohner der Insel, haben seine Wunden gepflegt und seitdem wurde Lemnos seine geliebte Insel. Er hat seinen Palast und seine Werkstatt am Fuss des Berges Mosichlon gebaut. Mosichlon war einst ein aktiver Vulkan im Zentrum der Insel, jetzt ist er ausgebrannt. Um Hephastus zu ehren, nannten die Einwohner, die Hauptstadt der Inseln Hephaestia und veranstalteten die Kavierischen Mysterien. Hephaestia war damals die wichtigste Stadt der Insel und ist heute voellig nachgegraben. Sie war schon vor der Epoche des Kupfers bewohnt. Menschen lebten hier bis zu den byzantischen Jahren. Das wichtigste architektonische Monument in der Stadt ist das Heiligtum der
Grossen Goettin, dass vom 8ten bis zum 6ten Jh. a. Chr. benutzt wurde.
Archaeologen aus Italien haben kleine Statuen der Grossen Goettin im Altar des Heiligtums gefunden. In den hellenistischen Jahren wurde das Theater
gegruendet. Die Stadt war in ihrem Hoehepunkt im 5ten und 4ten Jh. a. Chr. Der Latiner Kornelius Nepotas erzaehlt wie Athen die Insel erobert hat. Nepotas erzaehlt ueber Miltiades, Gruender von Hersonissos: "Als Miltiades, auf seinem Weg nach Hersonissos, an Lemnos ankam, wollte er die Insel unter der Herrschaft Athens setzen und verlangte von den Einwohnern die freiwillige Ueberlieferung der Stadt. Sie antworteten: "Wenn es Miltiades gelingt von seiner Heimat nach Lemnos zu kommen, weil der Wind Aquillos weht, dann werden wir die Stadt ueberliefern." Dieser Wind weht von Norden, so wuerde es fuer Miltiades fast unmoeglich sein, von Athen nach Lemnos zu kommen. Miltiades hatte keine Zeit nach Athen zurueck zu fahren und setzte seine Reise fort nach Hersonissos. Nachdem er dort alle seine Sachen in Ordnung brachte, kehrte er nach Lemnos zurueck und verlangte, vereinbarungsgemaess, die Ueberlieferung der Stadt. Denn er stamm zwar aus Athen her, aber seine neue Heimat war jetzt Hersonissos. Die Karen, damalige Einwohner der Insel, waren ratlos. Schliesslich stimmten sie zu und ueberlieferten die Stadt ohne Wiederstand."
In Hephastia wurde, Ende des 3ten oder Anfang des 4ten Jh. p. Chr., die erste christliche Gemeinde gegruendet. Bis zum 11ten Jh. war sie das wirtschaftliche Zentrum der Insel. Zu dieser Zeit wurde ihr Hafen angeschuettet und deswegen haben sie die Haendler aus Venedig verlassen und sind zum naheliegenden Kotzino gegangen. Im 14ten Jh. war sie nichts mehr als ein kleines, unbekanntes Dorf. Teil der Kult des Gottes Hephastus waren die Kavierischen Mysterien. Die Kavieren waren Helfer des Gottes und
hiessen: Axieros, Axiokersos und Axiokersa. Byzanz herrschte fur 1100 Jahre und Lemnos erlebte alle wirtschaftliche und politische Wechsel. Wegen der sehr guten Stelle der Insel zwischen Osten und Westen, haben sich
Haendler aus Venedig und Genoa hier eingerichtet, ohne die Einwohner weder kulturell noch
religioes zu beeinflussen. Die Insel wurde im Jahre 1479 von den Tuerken erobert. In Kotzinos hatte sich, von Anfang des 11ten bis Ende des 12ten Jh., eine venezianische Kolonie eingerichtet. Im Jahre 1136 verlangte sie vom Erzbischof von Lemnos, Michael, eine Kirche, denn sie wollten die Messe
gemaess dem katholischen Dogma lesen. Diese muss, vermutlich, die kleine, renovierte Kirche vom Hg. Vlassis, in der
Naehe von Hephastia, gewesen sein. Die Kirche der Zoodochos Pigi, in der Festung, wurde in den letzten Jahren renoviert. Sie wurde im 15ten Jh. gebaut. Vom aeusseren Narthex beginnen Stufen, uralt und halbzerstoert, welche zu einer unterirdischen Kammer fuehren. Dort gibt es eine Weihwasserquelle. Es gibt ein sehr schoenes Maerchen ueber dieses Weihwasser: "Es lebte einst eine Koenigin. Von ihren Feinden verfolgt, kam sie zu dieser Kirche um sich zu verstecken. Ihre Feinde aber haben sie gefunden und getoetet. Sie hat sich versteinert und so erstanden die Stufen. Man sagt noch, das sie jeden, der die Stufen zaehlt, verwirrt. Deswegen werden die Stufen jedesmal anders gezaehlt. Manchmal sind es 84, manchmal 64 oder 57 oder 51.
Die Festung von Myrina wurde nach dem 13ten Jh. Palekastro genannt. Sie wurde im Jahre 1186 vom byzantinischen Kaiser Andronikos Komninos gebaut.
Seine Baumeister kamen aus Venedig und darum wird sie auch als "venezianische" bezeichnet. Sie ist
ueber den Ruinen einer aelteren Mauer gebaut worden. Die aelteren Mauerteile kann man direkt
gegenueber dem zentralen Eingang sehen. Die Mauer die man heute noch sehen kann, wurde in der Zeit der
tuerkischen Herrschaft gebaut. Man kommt zur Festung von zwei Eingaengen. Der erste, an der Seite des Hafens, war der zentrale Eingang. Von hier
fuehrt ein Steinpflaster bis zu einem Platz, am hoechsten Teil der Festung, wo man die Ruinen einer
grossen Moschee sehen kann. Den zweiten Eingang, an der Seite des Strandes Mavrochani, kann man von einiger Entfernung kaum sehen. Die
noerdliche Seite der Festung war eine dreifache Mauer mit Schiesscharten und
Tuermen. Die Festung von Myrina spielte eine grosse Rolle in der Verteidigung der Insel und in der Aufsicht des
noerdlichen Teiles des Aegaeischen Meeres. Deswegen wurde sie Viermals
renoviert: Zwischen 1207-1214 vom Grossherzog Filocalo Navigajiosi, im Jahre 1361 vom Kommandanten Georgios Sinodinos Astras, zwischen
1470 und 1477 von Francesco Pasqualingo. Heute Leben in der Festung, frei, ungefaehr 200 Hirsche. Die Gemeinde von Myrina sorgt
fuer ihr Essen und Wasser.
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